Eine Ausbildung zum Techniker/in für Archäologiewissenschaften ("Archaeotechniker/in") ist seit Ende der 1990er Jahre an der Mathematisch - Naturwissenschaftlichen Fakultät (Fachbereich für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters ) der Eberhard Karls Universität in Tübingen möglich. 

(Stand: Oktober 2013)

Was bedeutet Archaeotechnik für uns?

Wir sind gewissermaßen Zeitreisende, die außerhalb der Errungenschaften im 21. Jahrhundert leben. Wir kennen die Annehmlichkeiten und Anachronismen, die es im frühen Mittelalter nicht gab. Wir kennen den Nutzen von künstlichem Licht und Elektrizität. Und trotzdem begeistert uns die eigene Geschichte. Warum ist das so?

Das alte Handwerk bietet uns nach unserem Verständnis dem Menschen im 21. Jahrhundert die Möglichkeit, ihr Leben zu entschleunigen; die Mühen nachzuvollziehen, welche notwendig waren um beispielsweise ein einfaches Hemd herzustellen. Es ist nicht nur das Bedürfnis, die Lebensumstände in unserer angestrebten Epoche zu verstehen. Es ist auch die Freude und das Interesse an der Sache, die uns antreiben.

Wir möchten das alte Handwerk im Sinn der Traditions- und Brauchtumspflege erhalten, fördern und vor allem einer breiteren Zielgruppe zugänglich machen. Es ist wunderbar die Entstehung der oben genannten Webware zu sehen und die benötigten Arbeitsschritte zu sehen und zu erleben. Nach unseren Erfahrungen entsteht durch das eigne Erarbeiten von Kleidung und Alltagsgegenständen ein tieferes Verständnis der damaligen Zeit.

 Dieses Verständnis zu entwickeln und weiter zu geben bedeutet für uns „Archaeotechnik“.Wir sind keine studierten Archaeologen, wir sind zum Teil ambitionierte Hobbyisten über semiprofessionelle bis hin zu professionelle Handwerker(innen) die sich zum Teil über viele Jahre mit den einzelnen Arbeitstechniken auseinander gesetzt haben. Diese wollen wir anleiten und weitergeben.